Songs in a Time of War besteht aus einem Waschbecken aus Papier, das mit erdölbasiertem Paraffin versiegelt ist. Eine Schmutzwasserpumpe fördert verunreinigtes Wasser aus einem Plastikbassin in den Wasserkreislauf des Beckens. Mit dem erneuten Aufpumpen und Abfließen wird das Wasser zunehmend mit Paraffin versetzt.
Zu hören, ist das idyllische Plätschern des Wassers vermengt mit dem unheilvollen Summen des Pumpenmotors.
Das Video zeigt Texte von zwei nigerianischen Schriftsteller*innen: Ken Saro-Wiwa, der die friedlichen Proteste der Ogoni People gegen das nigerianische Militär und den Ölkonzern Shell BP anführte und Titilope Sonuga, die eine gegenwärtige Stimme feministischer und postkolonialer Lyrik in Nigeria repräsentiert.
Der bis heute andauernde ökologische Krieg und die damit verbundene tödliche Gewalt gegen die Ogoni kann exemplarisch für das nekropolitische Handeln stehen, in denen ein Konzern darüber entscheidet »who matters and who does not, who is disposable and who ist not.«¹















Songs in a Time of War, 2019
Waschbecken aus Papier 70 x 45 x 20 cm mit Paraffin versiegelt, Industrieschlauch, Schmutzwasserpumpe, PVC Becken, Video 7’10“
Mit Texten von Sonuga, Titilope: Ikarus. 2013. und Saro-Wiwa, Ken: The Moratorium. In: Silence would be treason. Last writings of Ken Saro-Wiwa. Daraja Press. 2013.
1: Mbembe, Achille; Meintjes Libby: Necropolitics. In: Public Culture, Volume 15, Nr. 1, Winter 2003. Durham: Duke University Press. 11-40.